Republikflucht
Sap/Quedlinburg Bei der Eröffnungsveranstaltung für den mdr-Musiksommer vergaß der Ministerpräsident der Sachsen-Anhaltischen Republik doch glatt Herrn Bach aus Köthen, als er die musikalischen Größen des Landes aufzählte. Oder war dies ein bewußtes Zeichen des Herrschers? Schließlich ist der Kerl der prominenteste Republikflüchtling und gerade damit hat doch Sachsen-Anhalt so seine Probleme, da jedes Jahr über 30.000 Mitbürger es dem Bach gleichtun und in anderen Ländern Karriere machen. Im Augenblick sorgt Herr Bach in Leipzig für Aufsehen und die cleveren Leipziger wissen das auch für sich zu nutzen. Wie es heißt, hat sich bereits auch der MICADOVerlag in Leipzig um-gesehen, um dort dann endlich, bisher in der Schublade liegende Projekte, umzusetzen. “In Sachsen-Anhalt ist man mehr mit sich selbst beschäftigt und verteilt die vielen Fördermittel unter sich auf. Junge Innovative Firmen stören da nur die Behörden-ruhe”, klagen die Jungunternehmer, “So kann man dann dort auch künftig alles verschlafen! Und wenn es nur der wirtschaftliche Aufschwung ist! Eine Vielzahl von jungen Ingenieuren und Unternehmen hat es bereits vorgezogen das Weite zu suchen. Ein MICADO Mitarbeiter sagte dazu: Eigentlich Schade, das Land hat einen so schönen morbiden Charme.